Amaryllis erfolgreich anbauen
Die Amaryllis (Hippeastrum) ist eine mehrjährige Zwiebelpflanze, die für ihre spektakuläre Blüte in Innenräumen sehr geschätzt wird. Sie zeichnet sich durch eine große, kugelförmige, geschuppte Zwiebel aus. Aus dieser Zwiebel wächst ein imposanter, hohler, steifer und gerader Blütenstiel, der bis zu 90 cm hoch werden kann. Dieser Stiel trägt zwei bis fünf (oder sogar sechs) große, trompeten- oder trichterförmige Blüten, die aus sechs Tepalen bestehen. Die Farben sind sehr vielfältig: reines Weiß, Gelb, Lachs, Rosa, Rot, Orange, Violett, Bordeaux, oft einfarbig, gestreift oder gesprenkelt. Das Laub, das normalerweise linear und bandförmig ist, erscheint oft nach der Blüte oder je nach Sorte gleichzeitig.
Inhaltsverzeichnis des Artikels
Eine kleine Geschichte der Amaryllis
Lateinischer Name: Hippeastrum spp.
Ordnung: Spargelartige
Familie: Amaryllidaceae
Gattung: Hippeastrum
Art: Mehr als 80 Arten und sehr viele Hybriden.
Die Geschichte der Amaryllis
Die Hippeastrum stammen aus den tropischen und subtropischen Regionen Mittel- und Südamerikas, insbesondere aus Brasilien, Mexiko und der Karibik. Der Anbau und die Vermarktung dieser Hybriden begannen im 18. Jahrhundert in Holland. Der Begriff "Amaryllis" wurde 1733 von Carl von Linné gewählt und leitet sich vom griechischen "amaryllis" ab, was "funkeln" bedeutet und sich auf die strahlende Schönheit ihrer Blüten bezieht.
Etymologie
Der Name "Amaryllis" stammt vom altgriechischen "Ἀμαρυλλίς" (Amaryllis), was "glänzend" oder "strahlend" bedeutet. Es ist auch der Name einer Figur aus Vergils Bukolika.
Synonyme und andere Namen: Amaryllis der Floristen, Ritterstern, Hippeastrum
Anekdoten
Die Amaryllis wird oft mit den Weihnachtsfeiertagen in Verbindung gebracht, da ihre "getriebenen" Zwiebeln im Herbst für eine spektakuläre Winterblüte vermarktet werden. Sie ist ein sehr beliebtes Blumengeschenk für ihre majestätische Schönheit und schnelle Blüte. Ihre Fähigkeit, ohne Erde (gewachste Zwiebel oder auf Wasser) zu blühen, macht sie auch zu einer sehr trendigen Dekorationspflanze.
Wichtigste Unterarten und Varietäten
Die Gattung Hippeastrum, allgemein bekannt als Amaryllis, bietet eine unglaubliche Vielfalt an Hybriden, die eine breite Palette von Farben und Formen für eine spektakuläre Blüte ermöglichen. Zu den beliebtesten gehört 'Red Lion', eine ikonische Sorte, die für ihre großen, tiefroten und samtigen Blüten bekannt ist. Für einen zarteren Touch begeistert 'Apple Blossom' mit ihren weißen Blütenblättern, die subtil rosa gestreift sind. Wenn Sie hellere Nuancen suchen, bietet 'Lemon Lime' elegant weiße Blüten, die ins Grüne gehen, während 'Beautiful Lady' sich durch ihre elegante Lachsfarbe auszeichnet. Liebhaber von Doppelblüten werden Sorten wie 'Pasadena' mit ihren sehr gefüllten roten Blüten mit weißem Herzen oder 'Dancing Queen', oft zweifarbig und üppig, zu schätzen wissen. Schließlich fesselt 'Papilio' mit ihren bordeauxroten und grünen Blüten, die an die Exotik von Orchideen erinnern, mit einem Hauch von Originalität den Blick.
Wie kultiviert man Amaryllis?
Technische Informationen
- Schwierigkeitsgrad: 1 (einfach)
Dichte: Eine Zwiebel pro Topf. Im Freiland (in warmen Regionen) die Zwiebeln 30 bis 40 cm auseinander pflanzen.
Lebenszyklus: Mehrjährig
Fortpflanzungsmodus: Hauptsächlich durch Teilung der Brut (Zwiebelchen) oder durch Aussaat (für Züchter).
Art der Bestäubung: Entomophil (durch Insekten), aber oft selbstbestäubt oder manuell im Anbau bestäubt.
Klima und Boden
- Klimazone und Winterhärte: Geringe Winterhärte (mindestens 10°C). Nicht winterhart, in unseren Klimazonen im Haus zu kultivieren, außer in sehr milden Regionen, wo sie mit Winterschutz ins Freiland gepflanzt werden kann.
Bodentyp: Leicht, sandig, humusreich und vor allem sehr gut durchlässig. Für die Topfkultur eine Blumenerde für Zimmerpflanzen oder blühende Pflanzen verwenden.
pH-Wert: Alkalisch bis neutral.
Feuchtigkeit: Moderat. Die Amaryllis-Zwiebel verträgt keine übermäßige Feuchtigkeit, die zu Fäulnis führen kann.
Exposition: Helles Licht, sonnig bis halbschattig. Direkte, brennende Sommersonne vermeiden.
Temperatur: Ideal zwischen 18°C und 25°C während des Wachstums und der Blüte. Benötigt eine kühlere Ruhephase (ca. 13-15°C) zum Wiederaufblühen.
Frostbeständigkeit: Sehr gering. Amaryllis-Zwiebeln vertragen keinen Frost.
Wie pflanzt man erfolgreich?
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Pflanzzeit:
- Im Topf (für Winterblüte): Oktober bis März, je nach gewünschter Blütezeit (im Oktober pflanzen für eine Weihnachtsblüte).
- Im Freiland (milde Klimazonen): Frühling oder Spätsommer.
- Pflanztyp: Zwiebelpflanzung.
- Notwendigkeit einer Kaltperiode: Nein, aber eine kühle, trockene Ruhephase ist für das Wiederaufblühen unerlässlich.
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Pflanzabstand:
- Im Freiland: 30 bis 40 cm zwischen den Zwiebeln.
- Pflanztiefe: Die Zwiebel sollte so gepflanzt werden, dass das obere Drittel oder die Hälfte der Zwiebel aus der Substratoberfläche herausragt. Die Wurzeln liegen unten und die Spitze zeigt nach oben.
- Keimzeit: Ca. 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung für das Erscheinen des Blütenstiels.
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Standort und Bedingungen:
- Im Topf: Bevorzugte Zimmerkultur in unseren Breiten, in tiefen und stabilen Töpfen (mindestens 30 cm Höhe).
- Freiland: Nur in Regionen mit milden Wintern und heißen, trockenen Sommern möglich, wobei die Zwiebeln vor Frost geschützt werden müssen.
Pflege und Anbau
- Bodenvorbereitung: Für die Topfkultur der Amaryllis eine gute Drainage mit einer Schicht Blähton oder Kies am Boden gewährleisten.
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Bewässerung:
Zu Beginn des Wachstums: Nach dem Pflanzen leicht gießen und die Bewässerung allmählich erhöhen, sobald der Blütenstiel der Amaryllis zu wachsen beginnt (etwa 1-2 Mal pro Woche).
Während der Blütezeit: Regelmäßig gießen, um das Substrat feucht, aber nicht durchnässt zu halten.
Nach der Blüte und während der Ruhephase: Die Bewässerung reduzieren und schließlich ganz einstellen, wenn die Blätter gelb werden.
Jäten: Im Topf das Substrat sauber halten. Im Freiland um die Pflanze herum jäten.
Mulchen: Im Freiland in milden Regionen kann eine dicke Mulchschicht im Winter die Amaryllis-Zwiebeln vor Kälte schützen.
- Winterschutz: Unerlässlich für Freilandkulturen in nicht-mediterranen Regionen (Mulch, Wintervlies). Töpfe sollten an einem frostfreien, kühlen und hellen Ort untergestellt werden.
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Ernte
- Pflanzenteil: Blüten und Blütenstiele für Sträuße.
- Zeitraum: Hauptsächlich im Winter für getriebene Amaryllis-Zwiebeln oder im Frühling/Frühsommer für Freilandkulturen.
- Stadium: Den Blütenstiel der Amaryllis abschneiden, wenn die ersten Blüten sich zu öffnen beginnen.
Durchschnittlicher Ertrag: Eine Amaryllis-Zwiebel produziert in der Regel ein oder zwei Amaryllis-Blütenstiele pro Jahr, manchmal mehr, wenn die Zwiebel sehr groß ist.
Anbautechniken
Begleitpflanzen
Im Topf wird die Amaryllis oft allein kultiviert, um ihre spektakuläre Blüte hervorzuheben. Im Freiland in geeigneten Klimazonen kann sie mit anderen Zwiebelgewächsen oder Stauden kombiniert werden, die ähnliche Boden- und Standortbedingungen bevorzugen.
Technische Handgriffe
- Stützen (optional): Sehr hohe und schwere Amaryllis-Blütenstiele benötigen möglicherweise eine Stütze, um ein Abbrechen zu verhindern.
Verblühtes entfernen: Den Blütenstiel nach der Blüte etwa 3-5 cm über der Zwiebel abschneiden, um die Samenbildung zu verhindern und der Zwiebel zu ermöglichen, ihre Reserven wieder aufzubauen. Das Laub nicht abschneiden, solange es grün ist.
Ruhephase: Wesentlich für die Wiederblüte. Nach der Blüte der Amaryllis das Gießen und Düngen des Laubs fortsetzen, damit es sich entwickelt und die Zwiebel nährt. Wenn die Blätter zu vergilben beginnen (Ende des Sommers), die Bewässerung reduzieren und schließlich ganz einstellen. Den Topf für 2 bis 3 Monate an einen kühlen (13-15°C), trockenen und dunklen Ort stellen.
Umtopfen: Alle 3-4 Jahre im Herbst umtopfen, in einen etwas größeren Topf, wenn die Zwiebel gewachsen ist, und das Substrat erneuern.
Konservierung und Lagerung
- Konservierung von Schnittblumen: Amaryllis-Schnittblumen halten sich gut in der Vase. Um ihre Lebensdauer zu verlängern, das Wasser regelmäßig wechseln und die Stiele schräg anschneiden. Nicht in der Nähe von reifen Früchten (die Äthylen abgeben) oder Wärmequellen platzieren.
Konservierung von Zwiebeln: Nach der Ruhephase und dem vollständigen Vergilben des Laubs können die Zwiebeln ausgegraben, gereinigt und an einem kühlen (7-15°C), trockenen und belüfteten Ort bis zur nächsten Pflanzzeit gelagert werden.
Lagerdauer: Mehrere Monate für Amaryllis-Zwiebeln
Verwendung der Amaryllis
Sonstiges: Die Amaryllis wird ausschließlich als Zierpflanze für die Innendekoration, Blumenarrangements und Sträuße verwendet.
Tipps und Tricks
- Schneiden Sie nach der Blüte das Laub nicht ab, solange es grün ist, da es der Zwiebel ermöglicht, ihre Reserven für die nächste Blüte wieder aufzubauen.
Wenn Ihre Amaryllis nicht blüht, prüfen Sie, ob sie eine ausreichende Ruhephase an einem kühlen und trockenen Ort hatte und ob sie während ihrer Wachstumsperiode ausreichend Licht und Wasser erhält.
Krankheiten und Schädlinge der Amaryllis
Krankheiten
Schädlinge
Rote Fleckenkrankheit (Stagonospora curtisii): Auftreten von roten Streifen oder Flecken auf Blättern und Stielen. Befallene Teile entfernen, Luftzirkulation verbessern und bei Bedarf ein Fungizid verwenden.
Zwiebelfäule: Verursacht durch übermäßige Feuchtigkeit. Die Amaryllis-Zwiebel wird weich und kann einen üblen Geruch abgeben. Für hervorragende Drainage sorgen.
Botrytis (Grauschimmel): Grauschimmel auf Blüten, Knospen und Blättern, insbesondere in feuchter, schlecht belüfteter Umgebung.
Wollläuse: Kleine weiße, baumwollartige Ansammlungen auf Blättern und Stielen, die den Saft saugen. Mit einem in Reinigungsalkohol getränkten Wattestäbchen oder einem systemischen Insektizid behandeln.
Blattläuse: Kleine grüne oder schwarze Insekten, die sich auf jungen Trieben ansammeln.
Spinnmilben (Rote Spinnen): Winzige Milben, die feine Netze unter den Blättern bilden und eine Vergilbung verursachen.
Narzissenfliege: Ihre Larven können die Zwiebel befallen, was zu Vergilbung und Verformungen der Blätter führt.
Nacktschnecken und Schnecken: Können junge Triebe angreifen.