Erdbeeranbau: So gelingt's
Die Erdbeerpflanze ist eine mehrjährige, niedrige und kriechende Krautpflanze, die wegen ihrer Frucht, der Erdbeere, angebaut wird. Sie bildet eine Rosette aus dreizähligen Blättern (bestehend aus drei gezackten Blättchen) von leuchtendem Grün. Ihre Blüten, meist weiß (manchmal rosa), mit fünf Blütenblättern, erscheinen im Frühling. Diese bringen Erdbeeren hervor, die eigentlich fleischige, rote Scheinfrüchte sind, gekrönt von kleinen Samen (den Achänen). Die Erdbeerpflanze vermehrt sich auch über Ausläufer (kriechende Stängel, die wurzeln, um neue Pflanzen zu bilden).
Artikelübersicht
Ein wenig Geschichte über die Erdbeerpflanze
Lateinischer Name: Fragaria
Ordnung: Rosales
Familie: Rosaceae
Gattung: Fragaria
Art: Fragaria x ananassa.
Die Geschichte der Erdbeerpflanze
Die Gartenerdbeere (Fragaria x ananassa) ist eine Hybride, die im 18. Jahrhundert in der Bretagne durch die Kreuzung der Virginia-Erdbeere (Fragaria virginiana) aus Nordamerika und der Chile-Erdbeere (Fragaria chiloensis) aus Südamerika entstand. Diese Kreuzung ermöglichte es, größere und widerstandsfähigere Früchte zu erhalten. Seitdem ist die Erdbeere eine der beliebtesten Früchte der Welt geworden.
Etymologie
Der Gattungsname Fragaria stammt vom lateinischen "fragrans" ab, was "duftend" bedeutet und sich auf den Geruch der Frucht bezieht. Das Wort "Fraise" (französisch für Erdbeere) kommt vom Vulgärlatein "fraga".
Geschmack
Die Erdbeere bietet eine sehr vielfältige Geschmackspalette, die von sehr süß und aromatisch ('Mara des Bois') bis leicht säuerlich ('Gariguette') reicht. Der Geschmack hängt stark von der Sorte, dem Reifegrad und den Anbaubedingungen ab.
Nährwerte
Die Erdbeere ist eine ausgezeichnete Quelle für Vitamin C, Vitamin B9 (Folat), Antioxidantien, Ballaststoffe und Kalium. Sie ist sehr kalorienarm und förderlich für die Gesundheit.
Anekdoten
Gärtner können die Technik des Anbaus auf Hügelbeeten für Erdbeerpflanzen nutzen, da dies eine gute Drainage gewährleistet, den Boden schneller erwärmt und hilft, zu verhindern, dass die Früchte den Boden berühren.
Hauptunterarten und -sorten
Es gibt Tausende von Erdbeersorten, die in zwei Hauptkategorien eingeteilt werden:
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Einmaltragende Sorten: Sie produzieren eine einzige, reiche Ernte im späten Frühjahr oder Frühsommer (Mai-Juni).
Beispiele: 'Gariguette', 'Ciflorette', 'Darselect'.
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Remontierende Sorten: Sie produzieren von Mai bis zu den ersten Frösten, mit einer Pause während Hitzeperioden.
Beispiele: 'Mara des Bois', 'Charlotte', 'Anaïs'.
Vierjahreszeiten-Sorten: Oft wilde Walderdbeersorten (Fragaria vesca), kleiner, aber sehr aromatisch.
Wie kultiviert man Erdbeeren?
Technische Informationen
Schwierigkeitsgrad: 1 (einfach)
Dichte: 4 bis 6 Pflanzen pro m² (Abstand von 30 bis 40 cm).
Lebenszyklus: Mehrjährig (die Erdbeerpflanze produziert 3 bis 4 Jahre lang).
Vermehrungsart: Hauptsächlich durch Ausläufer, durch Aussaat (zur Schaffung neuer Sorten) oder durch Teilung des Wurzelstocks.
Bestäubungsart: Entomophil (durch Insekten) und oft autogam (die Blüte befruchtet sich selbst).
Gewicht für 1000 Samen: Weniger als 1 Gramm (die Vermehrung durch Samen ist für Amateure sehr selten).
Klima und Boden
Klimazone und Winterhärte: Sehr winterhart. Die Erdbeerpflanze ist an die meisten gemäßigten Klimazonen angepasst und verträgt kalte Winter gut.
Bodentyp: Leicht, humos, frisch und gut durchlässig. Erdbeeren mögen keine schweren, lehmigen Böden, die Wasser speichern.
pH-Wert: Leicht sauer bis neutral (pH 5,5 bis 7).
Feuchtigkeit: Die Erdbeere benötigt viel Wasser, besonders während der Blüte und Fruchtbildung. Ein frischer Boden ist unerlässlich.
Standort: Volle Sonne ist der ideale Standort für eine üppige und süße Fruchtbildung. Halbschatten ist auch möglich, aber die Produktion wird geringer sein.
Temperatur: Mag gemäßigte Temperaturen. Große Hitze kann die Produktion von remontierenden Sorten stoppen und die Früchte zu schnell reifen lassen.
Frostbeständigkeit: Die Pflanze ist gut frostbeständig, aber die Blüten sind empfindlich gegenüber Spätfrösten.
Wie gelingt die Aussaat?
- Aussaatzeit: Januar bis März.
- Aussaatart: In Saatschalen oder Töpfen, in Innenräumen.
- Keimtemperatur: 18 bis 22 °C.
- Notwendigkeit einer Kälteperiode: Legen Sie Ihren Saatgutbeutel für 2 Wochen in den Kühlschrank, um die Keimruhe zu brechen.
- Einweichen: Nein.
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Abstand
In der Reihe: 30 bis 40 cm
Zwischen den Reihen: 40 bis 60 cm
Aussaattiefe: Die Samen werden oberflächlich gesät, ohne sie zu bedecken.
Keimzeit: 4 bis 6 Wochen.
Ausdünnen: Nicht zutreffend.
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Standort und Bedingungen
Unter Schutz: Empfohlen für die Aussaat.
Freiland: Die Jungpflanzen werden nach den Frösten im Mai ins Freiland verpflanzt.
Pflege und Kultivierung
- Bodenvorbereitung: Lockern Sie den Boden ca. 20 cm tief auf und reichern Sie ihn mit Kompost oder gut verrottetem Mist an.
- Pikieren: Nicht zutreffend. Es handelt sich eher um das Pflanzen von Jungpflanzen, wurzelnackt oder in Töpfen.
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Bewässerung
Häufigkeit: Regelmäßig, besonders während der Blüte, Fruchtbildung und in Trockenperioden.
Menge: Die Erdbeere verträgt keinen Durst. Die Erde sollte feucht, aber nicht durchnässt sein.
Zeitpunkt: Gießen Sie am Fuß, um die Blätter und Früchte nicht zu benetzen, was Krankheiten fördert.
- Werkzeuge: Eine kleine Schaufel oder ein Pflanzholz zum Pflanzen, eine Hacke zum Jäten und ein Rechen zur Bodenvorbereitung.
- Hacken/Anhäufeln/Mulchen: Das Mulchen ist unerlässlich. Verwenden Sie Stroh (daher der englische Name "strawberry", straw-berry), um die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten, Unkraut zu vermeiden und die Früchte sauber zu halten. Das Hacken ist dank des Mulchens seltener erforderlich.
- Winterschutz: Nicht notwendig, da die Erdbeere eine sehr robuste Pflanze ist, die Frost gut verträgt.
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Erntezeit:
Einmal tragende Sorten: Eine Haupt-Erntezeit, meist im Mai-Juni.
Remontierende Sorten: Eine kontinuierliche Ernte von Mai-Juni bis zu den ersten Herbstfrösten.
- Pflanzenteil: Die Frucht.
- Stadium: Ernten Sie die Erdbeeren, wenn sie gut reif und vollständig gefärbt sind.
- Durchschnittlicher Ertrag: Eine gesunde Pflanze kann etwa 300 bis 500 g Erdbeeren pro Saison produzieren.
Anbautechniken
Fruchtwechsel
Erdbeerpflanzen erschöpfen sich nach 3 bis 4 Jahren. Es ist ratsam, sie zu entfernen und die Kultur an einem neuen Standort zu erneuern. Warten Sie 4 bis 5 Jahre, bevor Sie an derselben Stelle wieder Erdbeeren pflanzen, um die Ansammlung von Krankheiten zu vermeiden.
Begleitpflanzen
Erdbeeren vertragen sich gut mit Buschbohnen, Knoblauch, Thymian, Borretsch und Salat.
Technische Handgriffe
- Schnitt: Entfernen Sie die sich bildenden Erdbeerausläufer, es sei denn, Sie möchten diese umpflanzen.
Reinigung: Entfernen Sie im Herbst beschädigte oder trockene Erdbeerblätter.
Konservierung und Lagerung
- Kühlung: Um Ihre Erdbeeren kurzfristig frisch zu halten, waschen Sie sie nicht sofort und bewahren Sie sie im Kühlschrank auf. Sie halten sich 2 bis 3 Tage.
Einfrieren: Für eine längere Lagerung waschen und entstielen Sie die Erdbeeren, trocknen Sie sie gut ab und legen Sie sie dann in den Gefrierschrank. Sie können so bis zu 6 Monate gelagert werden.
Verarbeitung: Die nachhaltigste Methode ist, sie zu Marmelade, Coulis oder Kompott zu verarbeiten. Sie halten sich dann mehrere Jahre.
Verwendung der Erdbeere
Kulinarisch: Erdbeeren werden frisch, in Marmeladen, Kuchen, Obstsalaten, Sorbets und anderen Desserts genossen.
Sonstiges: Erdbeerpflanzen werden auch als Zierpflanzen in Töpfen, Hängekörben oder Beeten verwendet.
Tipps und Tricks
Um die Früchte sauber zu halten, mulchen Sie die Pflanzen mit Weizenstroh. Um Ihr Erdbeerbeet zu erneuern, pflanzen Sie die Ausläufer um, die sich an gesunden Pflanzen entwickelt haben.
Krankheiten und Schädlinge der Erdbeere
Krankheiten
Schädlinge
Echter Mehltau: Diese Pilzkrankheit äußert sich durch einen weißen, pudrigen Belag auf den Erdbeerblättern, die sich kräuseln. Sie tritt bei feuchtem und warmem Wetter auf. Um sie zu verhindern, sorgen Sie für eine gute Belüftung zwischen Ihren Pflanzen und gießen Sie immer am Fuß. Im Falle eines Befalls entfernen Sie die befallenen Blätter und sprühen Sie eine Lösung aus verdünnter Magermilch (1/10) oder Schwefel.
Grauschimmel (Botrytis): Dies ist eine häufige Krankheit, die die Erdbeeren direkt angreift. Sie sehen braune Flecken auf den Früchten und einen grauen Filzbelag. Sie wird durch Feuchtigkeit begünstigt. Um sie zu verhindern, sorgen Sie für eine gute Mulchschicht, um die Früchte vom Boden zu isolieren. Sobald eine Frucht befallen ist, entfernen Sie sie sofort.
Schnecken und Nacktschnecken: Diese Gastropoden lieben reife Erdbeeren und junge Blätter. Sie hinterlassen glänzende Schleimspuren. Um sie fernzuhalten, verwenden Sie natürliche Barrieren wie Kaffeesatz, Holzasche oder stellen Sie Bierfallen auf.
Blattläuse: Diese kleinen Insekten sammeln sich unter den Erdbeerblättern, um den Saft zu saugen, was die Pflanze schwächt. Um sie zu bekämpfen, fördern Sie Marienkäfer (ihre natürlichen Fressfeinde) oder sprühen Sie Wasser mit schwarzer Seife auf die befallenen Stellen.
Vögel: Sie lieben Erdbeeren und können einen Großteil Ihrer Ernte schnell fressen. Die beste Lösung ist, sobald die ersten Früchte erscheinen, ein Schutznetz (Vogelschutznetz) über das Erdbeerbeet zu spannen.