Die Dahlienzucht erfolgreich meistern
Die Dahlie ist eine aus Mexiko stammende, knollenbildende Staude, die für die unglaubliche Vielfalt ihrer Blüten bekannt ist. Sie bildet einen buschigen Horst, dessen Größe je nach Sorte stark variiert, von 30 cm für Zwergformen bis über 2 Meter für Riesen. Die Stängel sind hohl und verzweigt und tragen grüne, manchmal purpurfarbene oder bronzefarbene Blätter, die aus gegenständigen, gelappten oder gezackten Blättern bestehen. Die Blüte der Dahlie ist eigentlich ein Blütenstand, ein sogenannter Blütenkopf, der aus mehreren Einzelblüten besteht. Die Formenvielfalt ist erstaunlich: einfach, gefüllt, Pompon, Kaktus, Halb-Kaktus, dekorativ, Seerose, Halskrause usw. Die Farben sind nahezu unendlich, von reinem Weiß bis zu tiefem Schwarz, über alle Schattierungen von Gelb, Orange, Rosa, Rot, Violett, und oft zweifarbig oder gesprenkelt. Die Blütezeit ist reichlich und erstreckt sich vom Sommer bis zu den ersten Frösten.
Inhaltsverzeichnis des Artikels
Ein bisschen Geschichte über die Dahlie
- Lateinischer Name : Dahlia
- Ordnung : Asterales
- Familie : Asternartige oder Korbblütler
- Gattung : Dahlia
- Art : Über 40 Wildarten, aber die meisten kultivierten Dahlien sind komplexe Hybriden, die hauptsächlich von Dahlia pinnata und Dahlia coccinea abstammen.
Die Geschichte der Dahlie
Die Dahlie stammt aus den Hochländern Mexikos und Mittelamerikas, wo sie wild wächst. Die Azteken kultivierten sie bereits wegen ihrer essbaren Knollen und ihrer medizinischen Eigenschaften und nannten sie "Acocoxochitl". Sie wurde Ende des 18. Jahrhunderts nach Europa gebracht, zunächst nach Spanien, dann nach Frankreich und England. Im 19. Jahrhundert explodierte ihre Popularität, und intensive Hybridisierungsarbeiten führten zu der Vielzahl an Formen und Farben, die wir heute kennen. Sie wurde zu einem Symbol viktorianischer Gärten und ist bis heute ein Star der Sommerbeete.
Etymologie
Die Gattung Dahlia wurde nach dem schwedischen Botaniker Anders Dahl benannt, einem Schüler von Carl von Linné.
Anekdoten
Die Dahlie war ein Symbol der viktorianischen Ära, in der ihr Anbau ein regelrechtes Modephänomen war. Es gibt weltweit Dahlienvereine, die sich der Erforschung, dem Anbau und der Förderung dieser Blume widmen. Aufgrund ihrer späten Blüte wird die Dahlie in Gärten oft als die "Königin des Herbstes" bezeichnet.
Wichtigste Unterarten und Sorten
Dekorative Dahlien: Große, gefüllte Blüten, flache oder leicht gekrümmte Blütenblätter. Z.B. 'Café au Lait' (Creme-Rosa), 'Kelvin Floodlight' (riesiges Gelb).
Kaktus- und Semi-Kaktus-Dahlien: Gerollte und spitze Blütenblätter, die ein stacheliges Aussehen verleihen. Z.B. 'Chat Noir' (sehr dunkles Rot), 'Park Princess' (leuchtendes Rosa).
Pompon-Dahlien: Kleine, kugelförmige und sehr regelmäßige Blüten. Z.B. 'Little William' (Rot-Orange), 'Franz Kafka' (Rosa).
Ball-Dahlien: Runde und kompakte Blüten, größer als Pompons. Z.B. 'Karma Choc' (Rot-Braun), 'Cornel' (Rot).
Seerosen-Dahlien: Flache und offene Blüten, die an eine Seerose erinnern. Z.B. 'Honka' (sternförmig, Orange), 'Crème de Cassis' (Rosa-Violett).
Halskrausen-Dahlien: Einfache Blüten mit einer Reihe kleiner Blütenblätter in der Mitte, die eine "Halskrause" bilden. Z.B. 'Night Butterfly' (Rot und Weiß).
Einfache Dahlien: Eine einzige Reihe von Blütenblättern. Z.B. 'Happy Single Kiss' (Orange und Rot).
Mignon-Dahlien: Kleine, kompakte Pflanzen, ideal für Rabatten.
Wie kultiviert man Dahlien?
Technische Informationen
- Schwierigkeitsgrad : 1 (einfach)
-
Pflanzdichte : Variiert je nach Größe der Sorten:
Zwergformen: 30-40 cm Abstand zwischen den Pflanzen.
Mittelgroße: 50-70 cm Abstand zwischen den Pflanzen.
Große: 80-100 cm Abstand zwischen den Pflanzen.
- Lebenszyklus : Mehrjährig (die Knolle wird von Jahr zu Jahr aufbewahrt).
- Vermehrungsart : Hauptsächlich durch Teilung der Knollen oder durch Stecklinge. Aussaat wird zur Züchtung neuer Sorten verwendet, aber selten von Hobbygärtnern.
- Bestäubungsart : Entomophil (durch Insekten), Selbstbestäubung bei bestimmten Sorten möglich.
Klima und Boden
Klimazone und Winterhärte: Nicht winterhart (die Knolle gefriert unter 0°C). Die Dahlie wird in Regionen mit kalten Wintern als Einjährige kultiviert, wobei die Knollen ausgegraben werden müssen. In sehr milden mediterranen Regionen kann sie mit guter Mulchung in der Erde bleiben.
Bodenart: Leicht, humusreich, gut durchlässig. Sie bevorzugt tiefe und fruchtbare Böden. Sie meidet schwere und staunasse Böden, die die Knollen faulen lassen können.
pH-Wert: Neutral bis leicht sauer (pH 6 bis 7).
Feuchtigkeit: Mäßig bis hoch während des Wachstums und der Blüte. Die Dahlie benötigt einen frischen, aber keinesfalls durchnässten Boden.
Exposition: Volle Sonne. Die Dahlie ist eine lichtliebende Pflanze für eine üppige Blüte. Mindestens 6 Stunden Sonne pro Tag sind notwendig.
Temperatur: Bevorzugt warme Temperaturen (idealerweise zwischen 18°C und 25°C) während ihrer Wachstums- und Blütezeit.
Frostbeständigkeit: Null für Knollen im Boden.
Wie gelingt die Pflanzung?
Pflanzzeit: Nach den letzten Frösten, wenn der Boden erwärmt ist (April-Mai je nach Region).
Art der Pflanzung: Pflanzung von Knollen.
Keimtemperatur: Nicht zutreffend für die Pflanzung von Knollen.
Notwendigkeit einer Kälteperiode: Nein, aber die Knollen sind frostempfindlich und müssen in kalten Regionen außerhalb des Bodens überwintert werden.
Pflanztiefe: Die Dahlienknolle so pflanzen, dass der Wurzelhals (die Basis des alten Stängels) etwa 5 bis 10 cm unter der Bodenoberfläche liegt. Die "Augen" (Knospen) sollten nach oben zeigen.
Keimzeit: Die ersten Triebe erscheinen etwa 2 bis 4 Wochen nach der Pflanzung, je nach Bodentemperatur.
-
Standort und Bedingungen:
Freiland: Ideal für Beete, Rabatten oder als Solitärpflanze.
Im Topf: Zwerg- und mittelhohe Sorten eignen sich sehr gut für die Topfkultur auf Terrassen und Balkonen.
Pflege und Kultivierung
- Bodenvorbereitung: Den Boden tief lockern und vor dem Pflanzen mit gut verrottetem Kompost anreichern.
-
Bewässerung:
- Häufigkeit: Regelmäßig und reichlich, besonders während des aktiven Wachstums und der Blütezeit sowie bei trockenem Wetter. Die Dahlie ist wasserbedürftig.
- Menge: Der Boden sollte feucht, aber niemals durchnässt sein.
- Zeitraum: Vom Erscheinen der Triebe bis zu den ersten Frösten.
- Düngung: Die Dahlie ist nährstoffbedürftig. Geben Sie alle 2-3 Wochen während der Blüte einen kalium- (K) und phosphorreichen (P), aber mäßig stickstoffhaltigen (N) Dünger, oder arbeiten Sie bei der Pflanzung einen langsam freisetzenden organischen Dünger ein.
- Jäten: Den Boden um die Pflanzen herum sauber halten.
- Mulchen: Eine Mulchschicht am Fuß kann helfen, den Boden feucht zu halten und Unkraut zu reduzieren.
- Winterschutz: In frostgefährdeten Regionen unerlässlich (Ausgraben der Knollen).
-
Ernte
- Pflanzenteil: Die Blüten für Sträuße.
- Zeitraum: Von Juli/August bis zu den ersten Frösten (Oktober/November).
- Stadium: Schneiden Sie die Blüten, wenn sie gut geöffnet sind, vorzugsweise am Morgen. Je mehr Sie schneiden, desto mehr Blüten produziert die Dahlie.
- Durchschnittlicher Ertrag: Sehr hoch, eine einzige Dahlienpflanze kann Dutzende von Blüten pro Saison produzieren.
Kultivierungstechniken
Technische Maßnahmen
- Stützen: Unverzichtbar für hohe und großblütige Sorten, um zu verhindern, dass die Stiele unter dem Gewicht der Blüten oder des Windes brechen. Die Stütze sollte bereits beim Pflanzen angebracht werden.
- Pinzieren: Um die Verzweigung und eine reichere Blüte zu fördern, pinzieren Sie die Spitze des Haupttriebs, wenn die Pflanze 3-4 Blattpaare hat. Um sehr große Blüten zu erhalten, entfernen Sie die seitlichen Blütenknospen (Ausdünnen der Knospen).
- Verblühte Blüten entfernen: Schneiden Sie regelmäßig verblühte Blüten ab, um die Bildung neuer Blüten anzuregen und die Blütezeit zu verlängern. Schneiden Sie den Stiel über einem Blatt oder einem Triebansatz ab.
- Ausgraben und Überwintern der Knollen: In frostgefährdeten Regionen graben Sie die Knollen nach den ersten Frösten aus (wenn das Laub schwarz wird). Lassen Sie sie einige Tage an der Luft trocknen und reinigen Sie sie dann (ohne sie zu waschen). Lagern Sie sie an einem kühlen (5-10°C), trockenen und luftigen Ort (in Sand, Torf oder Sägemehl) frostfrei.
Konservierung und Lagerung
- Aufbewahrung von Schnittblumen: Dahlienblüten halten sich gut in der Vase, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt geschnitten werden und das Wasser regelmäßig gewechselt wird.
- Aufbewahrung von Knollen: Trocken, kühl und frostfrei lagern.
- Lagerdauer: Die Knollen können den ganzen Winter über bis zur nächsten Frühjahrspflanzung gelagert werden.
Verwendung der Dahlie
Sonstiges: Die Dahlie ist hauptsächlich eine Zierpflanze, die wegen ihrer spektakulären Blüten in Gärten, Beeten, Rabatten und zur Produktion von Schnittblumen angebaut wird.
Tipps und Tricks
- Für eine üppige Blüte zögern Sie nicht, verblühte Blüten zu schneiden oder Sträuße zu machen.
- Das Stützen ist entscheidend, um das Brechen der Stiele zu verhindern.
- Pflanzen Sie die Knollen erst, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
- Das Teilen der Knollen im Frühjahr ermöglicht es, Ihre Pflanzen zu vermehren.
Krankheiten und Schädlinge der Dahlie
Krankheiten
Schädlinge
Knollenfäule: Verursacht durch zu schweren, schlecht durchlässigen Boden oder übermäßige Feuchtigkeit, insbesondere nach dem Ausgraben, wenn die Knollen nicht gut getrocknet werden.
Echter Mehltau: Weißer Belag auf den Blättern, besonders am Ende der Saison oder bei trockenem Wetter gefolgt von Feuchtigkeit.
Botrytis (Grauschimmel): Tritt an Blüten und Blättern unter feuchten und beengten Bedingungen auf.
Viren: Können Deformationen, Marmorierungen an Blättern und Blüten verursachen. Befallene Pflanzen müssen entfernt werden.
- Schnecken und Nacktschnecken: Sehr beliebt bei jungen Dahlien-Trieben im Frühling.
- Blattläuse: An jungen Trieben und Blütenknospen.
- Ohrwürmer: Können sich in den Blüten verstecken und Blütenblätter anfressen.
- Milben (Spinnmilben): Bei heißem und trockenem Wetter verursachen sie eine Vergilbung und ein fahles Aussehen des Laubes.
- Forficulidae (Ohrwürmer): Können Schäden an den Blüten verursachen.